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Mär 27
2011
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Wie würdest du jemandem die Wirkweise von Yogaübungen erklären?Erstellt von: Conzen am Mär 27, 2011 Tagged in: Untagged
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Wie würdest du jemandem die Wirkweise von Yogaübungen erklären?
Allgemein und im Besonderen würde ich die Wirkweise von asana so erklären:
Im Yoga sollen Körper und Geist in Harmonie vereinigt werden. Viele asana sind sehr gut geeignet, um die Skelettmuskulatur, und hier ganz besonders die Rumpf aufrichtende Muskulatur zu stärken. Dadurch wird die Wirbelsäule entlastet, und der Mensch kann i.d.R. lange und mühelos in einer aufrechten Haltung verweilen. Neben der Stärkung der Muskulatur wird auch Ihre Lockerung angestrebt. Dies bewirkt, dass Blockierungen, die ein Strömen der Lebensenergie, aber auch des Blutes und der Lymphe verhindern, gelöst werden. (vgl. BDY 1994, 115) Zahlreiche asana strecken und dehnen die Wirbelsäule. Dadurch werden die Bänder, Sehnen und Bandscheiben elastischer und die Wirbelsäule insgesamt beweglicher. Andere Yogaübungen regen das Verdauungsfeuer an, wie es in vielen alten Yogatexten heißt. Das bedeutet, asana aktivieren die Darmtätigkeit und fördern die Verdauung. Außerdem werden die Blutzirkulation und der Stoffwechsel angeregt. Die Mehrzahl der asana ist geeignet, um die unterschiedlichen Atemräume bewusst wahrzunehmen, um die Lunge intensiv zu belüften und um einen ruhigen Atemrhythmus zu etablieren (vgl. BDY 1994,115). Durch das Praktizieren von Yoga bekommt der Mensch ein besseres Körperbewusstsein. Er bekommt ein Gespür dafür, ob etwas mit ihm und seiner Umgebung nicht stimmt, und er kann auf diese Signale entsprechend reagieren, während im herkömmlichen Sinn solche Reaktionen erst einsetzen, wenn es meistens schon zu spät ist, gemeint ist, wenn der Rücken z.B. bereits schmerzt. Durch Yoga lernt der Mensch seine Grenzen, Reaktionsmuster und Verhaltensweisen immer besser kennen, und er wird zunehmend in die Lage versetzt, zu reagieren und zu agieren (vgl. BDY ebenda). Wer sich auf Yoga einlässt wird durch seine Erfahrungen mit Yoga und durch Verwandlungsprozesse, die i.d.R. durch Yoga eingeleitet werden, u.a. eine neue Einstellung zum Rhythmus von Arbeit und Freizeit gewinnen, sich gesünder ernähren und ungesunde Gewohnheiten und Abhängigkeiten aufgeben. Er kann sich leichter entscheiden, was ihm ganzheitlich gut tut, was seiner Leistungsfähigkeit und seinem Wohlbefinden dient. (vgl. BDY 1994, 239)
Eine weitere Wirkweise besteht darin, die Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen, Zustände der Zerstreuung zu überwinden, die oft genug Ursprünge für Probleme und Schwierigkeiten im Alltag sind. (vgl. BDY 1994, 240) Bezogen auf einer regelmäßigen Yogapraxis würde ich die Wirkweisen bezogen auf die Anforderungen oder Ziele des Klienten hin ausrichten und somit die Wirkweisen strukturieren nach:
- allgemeine Wirkungsweisen:
- Erlernen einer Technik zum Entspannen (je nach Ziel)
- Ziel der Gesunderhaltung aller lebenswichtiger Systeme im Körper
( Wirbelsäule, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Nervensystem)
- emotionale Stabilität
- Stressbewältigung
- Entwicklung von Körperbewusstsein im Sinne von Kultivierung der
Muskulatur, Organempfindungen, erhöhter Tiefensensibilität,
psychosomatische Integration
- Wirkweisen der Skelettmuskulatur:
- subtile Beherrschung der Muskulatur
- Abbau von Muskelverspannungen
- Verbesserung der Muskeldurchblutung
- Kräftigung der Skelettmuskulatur, bes. in Hinblick auf Ausdauer
- Korrektur von körperlichen Fehlhaltungen
- Wirkweisen für die Wirbelsäule
- nachhaltige Pflege der Beweglichkeit der Wirbelsäule
- Kräftigung der Rumpf aufrichtenden Muskulatur
- Ausgleich von Schwächen der Wirbelsäulenmuskulatur
- Wirkweisen für Gelenke und Bandscheiben
- Erhöhung der Beweglichkeit in allen Gelenken
- Verbesserter Stoffwechsel in allen Gelenken, Knorpeln und Bandscheiben
- Wirkweisen für das Herz- / Kreislaufsystem
- Stärkung von Herz und Kreislauf ohne Gefahr von Überforderung
- Gefäßtraining für das arterielle System
- Gesunderhaltung der Venen
- Verbesserte Durchblutung aller Körpergewebe, auch Lungen, Eingeweide
und Gehirn
- Wirkweisen bezogen auf die Atmung
- Erfahrung des Atems und Wechselwirkung von psychischen, somatischen
Zuständen der Atmung
- Verbesserung der Spontanatmung durch Stärkung und Flexibilisierung von
Zwerchfell, Bauchmuskulatur, Zwischenrippenmuskulatur
- Verbesserung der Lungenfunktion
- Korrektur von Fehlatmungsmustern
- nachhaltige Beseitigung von Verunreinigungen in den Atemwegen
- Beeinflussung von Emotionen durch bestimmte Atemformen
- Wirkweisen bezogen auf die inneren Organe
- Massage aller inneren Organe
- Verbesserung der Funktion der Verdauungs- und Ausscheidungsorgane
- Stärkung des Stoffwechsels und Abbau von Toxinen
- Unterstützung körperlicher Selbstreinigungsmechanismen
- Wirkweisen bezogen auf das Nervensystem
- Schulung der Konzentrationsfähigkeit
- Erhöhung der vegetativen Balance und dadurch emotionale Stabilität
- Leistungs-, Konzentrations- und Gedächtnissteigerung
- Psychische Wirkweisen
- gesteigerte Selbstwahrnehmung ohne Bewertung
- Erleben von Zusammenhängen zwischen körperlich geistigen Prozessen
- Abbau von psychischen und physischer Anspannung
- gesteigerte Stressresistenz
- Verminderung von Angstempfindungen
- Zulassen von Gefühlen
- emotionale Ausgeglichenheit
- Steigerung des Selbstvertrauens
- höheres Maß an Toleranz und Offenheit
- Psychosoziale Wirkweisen
- Auseinandersetzen mit Verhaltensmustern und Reaktionsweisen
- verringerte Toleranz gegenüber schädigenden Verhaltensweisen
- verstärkte Unabhängigkeit durch veränderte Bewertungsmuster
alles samt (vgl. Deutzmann, Yoga als Gesundheitsförderung,.ebenda)



