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Mär 27
2011
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Wie führst Du in einer Yogagruppe pranayama ein, welche Voraussetzungen sind dir wichtig?Erstellt von: Conzen am Mär 27, 2011 Tagged in: Untagged
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Wie führst du in einer Yogagruppe pranayama ein; welche Voraus-
setzungen sind dir wichtig, welche Schritte schlägst du vor?
Ich führe pranayama in eine Gruppe ein, die schon einige Zeit Yoga übt, der der Bewegungsablauf in asana und die Anpassung an den Atem vertraut ist und die es gewohnt ist beim Ausatmen in asana wie Vorbeugen, Seitbeugen und Drehhaltungen vor allem das Ausatmen zu betonen, in dem sie den Atem lang und fein werden lassen. Ujjayi wurde als Technik schon mehrere Male geübt. Es geht darum über die Qualität des Atems den Geist zu beruhigen und dabei ein bestimmtes Maß an Feinheit in der Wahrnehmung zu entwickeln. Weil der Atem eng mit dem Nervensystem verbunden ist soll eine bestimmte Atemqualität hergestellt werden. Es hat sich gezeigt, dass Ungeübte bezogen auf eine pranayama Praxis besser damit beginnen die Betonung auf das Ausatmen zu lenken, weil die Betonung auf das Einatem Erfahrung mit dem Umgang des Atems und eine gute Wahrnehmung braucht. Da zu Beginn sehr leicht zu viel gemacht werden kann, kann die Betonung auf das Einatmen schneller zu Schwierigkeiten (wie Spannungen, Herzrasen, etc) führen, als beim ausatmen.
Die Einführung des pranayama führe ich schrittweise nach dem Prinzip des vinyasa krama ein. Mittelpunkt soll das ujjayi – pranayama sein.
1. Schritt: Vorbereitende asana
Vorbereitend wähle ich für die Praxis Übungen aus wie Vorbeugen und Seitbeugen, die den Ausatemvorgang betonen, die helfen den Ausatem lang und fein werden zu lassen, Gründe für die Betonung des Ausatem sind zuvor beschrieben.
2. Schritt: zur Ruhe kommen, Atemräume spüren mittels Vollatmung
Ich lasse die Teilnehmerinnen in eine Rückenlage, auch gerne mit aufgestellten Beinen kommen und bitte sie sich angenehm einzurichten, bitte sie dann die rechte Hand auf den Bauch, die linke auf die Brust zu legen und normal einige male ein- und aus zu atmen. Ich bitte sie einmal die Bewegungen zu beobachten, die in diesen beiden Regionen passieren. Es geht mir darum, die Atemräume erfahrbar zu machen, erspüren zu lassen. Ich bitte sie dann, einmal ganz bewusst nur in den Bauchraum hinein- und hinaus zu atmen, in dem die Hand auf der Brust bei der Atembewegung ganz ruhig bleibt und sich die Hand auf dem Bauchraum durch das auf und ab des Bauches mit bewegen lässt. Ich bitte die Teilnehmerinnen danach die gleiche Handhabung mit der Brustatmung zu vollziehen, Hand auf Bauchraum bleibt still liegen, Brustraum bewegt sich. Ich bitte sie danach beide Handflächen bzw. die Fingerkuppen unterhalb der Schlüsselbeine auf die Lungenspitzen sanft aufzulegen, dort hin zu atmen, und die kleinen Bewegungen gleich dem Flügelschlages eines Schmetterlings wahrzunehmen. Danach bitte ich durch den Bauch über die Brust bis hin in die Lungenspitzen hinein zu atmen und dann ohne bewusste Kontrolle wieder auszuatmen und beim auflegen der Hände auf diese Regionen die sanften Bewegungen wahrzunehmen.
3. Schritt – freies Atmen 4 – 6 Atemzüge
Ich weise an, einige Male frei zu atmen, wie dies jeder gewohnt ist, um die Natürlichkeit des Atmens zu unterstreichen und den normalen Bedürfnissen des Körpers nach dieser freien Atmung zu genügen.
4. Schritt – Betonung des Ausatmens
Bei der Betonung des Ausatmens geht es darum sich ganz leer zu machen, bevor wir mit pranayama beginnen. Ich bitte die Teilnehmerinnen frei einzuatmen und mit der Ausatmung auf die Tonsilbe HA-WU-MA zu tönen. (Das Tönen auf Silben unterstützt uns, Atemverhältnisse zu üben. Ein Atemverhältnis 1 : 0 : 2 : 0 würde z.B. heißen 2 Sekunden lang EA, kl. Atempause, doppelt so lange AA, hier 4 Sekunden lang und wieder Atempause. Wenn das Tönen oder wenn Töne anstelle des Zählens im pranayama eingesetzt werden, dann soll darauf geachtet werden, dass diese gleich lang sind. Eine Möglichkeit sich eine Atemfolge leichter zu merken ist es, wenn man die Technik (Art der ausgewählten Atemtechnik) und die freien Atemzüge auf einander abstimmt. z.B. 1 x Technik, 1 x Freiatmen, 2 x Technik, 2 x Freiatmen usw.)
5. Schritt – freies Atmen, 4-6 Atemzüge
6. Schritt - Betonung des Einatmens
Die Einatemphase sollte nie länger sein als die Ausatemphase.
Ich bitte die Teilnehmerinnen beim Einatmen in Gedanken HA-WU-MA
zu sagen und in der Ausatmung auf HA-WU-MA zu tönen. (Damit passe ich die Länge der Einatemphase, der Länge der Ausatemphase an.
7. Schritt – freies Atmen, 4 -6 Atemzüge
8. Schritt – Atemverhältnisse in Schritten ( 1 : 0 : 2 : 0 )
Ich bitte beim Einatmen (leicht durch Ujjayi unterstützt) wieder HA-WU-MA zu denken, eine kleine Atempause zu machen und dabei HA-Wu-MA zu denken, dann mit Ujjayi länger auszuatmen und dabei HA-WU-MA / HA-WU-MA zu denken.
9. Schritt – freies Atmen – 4-6 Atemzüge
Ich bitte die Teilnehmerinnen einige Male ein- und auszuatmen, sich dabei noch mal der gesamten Länge Ihres Körper auf der Unterlage bewusst zu sein, bitte sie mit jedem Einatmen weiter nach außen zu kommen und sich auf einen Positionswechsel einzustellen.
10. Schritt – Heranführen an den Alltag durch asana mit Tönen
Ich bitte sie einige asana in Stellung chakravakasana in Verbindung mit yoga mudra (Stirn und Gesäß Rg Boden) normal einzuatmen und beim ausatmen auf den Buchstaben o zu tönen. Dies mache ich, damit sie noch mehr nach außen kommen und mittels Bewegungen vom langen Liegen die Muskeln und Gelenke zu lockern. Danach kommen wir noch mal in einen Sitz und lassen die Stunde, gerne als Fragestunde zum Thema pranayama ausklingen.



