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Alternativ Heilen Blog

Mär 27
2011

Welche Kriterien hast Du, um zu beurteilen, ob jemand ein asana angemessen übt?

Erstellt von: Conzen

Tagged in: Untagged 

Welche Kriterien hast du, um zu beurteilen, ob jemand ein asana
  angemessen übt? Erläutere dies anhand des Beispiels zweier asana.

Der größte Anteil einer Praxis umfasst langsame, achtsame an den Atem angepasste Wiederholungen von Bewegungen, die von einer Grundposition in eine bestimmte Haltung und von dort wieder zurück zu einer Grundposition führt. (vgl. Dalmann / Soder, 2004, Warum Yoga, S.19)
Um in einen solchen von Gleichmäßigkeit bestimmten Ablauf zu gelangen, muss man zunächst einmal schauen, ob ein asana für eine Teilnehmerin gut oder schlecht ist. asana sollen so geübt werden können, dass keine Schmerzen und keine Verspan-nungen, keine Überforderung oder Fehlbelastungen auftreten. Ein weiterer Hinweis auf richtiges Üben, ist die Qualität des Atems. In dem Bewegungsablauf einer guten asana Praxis soll der Atem fein sein und gleichmäßig ruhig geführt werden, ohne das

z.B. ein Stocken des Atems erfahrbar wird.

Um zu beurteilen, ob asana angemessen geübt werden, ist es wichtig, dass man zuvor jedes Ungleichgewicht im Körper und die Qualität des Atems bezogen auf dieses bestimmte asana hin überprüft.
Bevor ich mit Teilnehmerinnen in einem Gruppenkurs zusammen arbeite, bitte ich diese zunächst zu einer Einzel-Probestunde zu mir, um festzustellen, welche Befindlichkeiten vorliegen, wo Probleme sind und wie und ob ich auf diese Dinge innerhalb der Gruppe eingehen kann oder ob eine Einzelpraxis besser wäre. Obwohl jede Praxis mir immer mehr Sicherheit beim Anleiten von Kursen gibt und mein Auge für Bewegungen bezogen auf mögliche Fehlhaltungen von Teilnehmerinnen auch immer besser wird, bediene ich mich bei den Probestunden einer Checkliste, um festzustellen, wie die Haltung einer Teilnehmerin bezogen auf eine bestimmte Grundhaltung aussieht.

Diese Checkliste für die Beobachtung der allgemeinen Körperstrukturen und Fehlausrichtungen vor dem Aufbau eines asana Programms hilft mir die richtigen Übungen für diesen Teilnehmerkreis auszuwählen bzw. diejenigen asana wegzulassen oder anzupassen, die nichts für diese Teilnehmerin, diesen Teilnehmerkreis sind.
Die Checkliste beinhaltet
- die Beobachtung des Atmens
  (Bewegen in das asana, Verharren im asana, Bewegen aus dem asana)
   - wo findet die Atmung statt (Brustkorb, Bauch)
   - wie hört sich der Atem an
   - wie ist die Qualität des Atems vor, während, nach der Übung
- Beobachten der Körperstruktur
   - Größe, Gewicht und Körperbau, das Alter der Person, auch physiologisch
   - gesundheitliche Belange der Person
- Beobachten der Körperausrichtung (Ausrichtung der Körperbereiche)
   - Kopf und Hals (Drehen, Schrägstellen des Kopfes, erhobener , gesenkter Kopf
     Abweichung des Kopfes nach vorne
   - Schultern (Höhe der Schultern, sind beide Schultern gleich hoch, Rundung
     der Schultern, Krümmung des Brustwirbelsäule
   - Hüften (Neigung des Beckens, -> Neigung kann an der Form des Rückens oder
     an der Haltung beurteilt werden, nach vorne geneigtes Becken kann an einer ver-
     stärkten Krümmung des Lendenwirbelsäule liegen.)
   - Schiefstand der Hüfte
   -Länge der Beine
   - Knie (stark durchgedrückt, Neigung zu x- oder o-Beinen)
   -Füße ( Drehung der Füße, Fußgewölbe)
   - Wirbelsäule (Krümmungen: Halswirbelsäule, im entspannten Zustand ist dies ein
      guter Indikator für Veränderungen dieser Krümmung)
      Brustwirbelsäule (Kyphose? Gerundete Schultern, gebeugte Körperhaltung?)
      Lendenwirbelsäule (Lordose, kann mit der Vorwärtsdrehung des Beckens zu tun
      haben)
      seitliche Abweichungen des Wirbelsäule (Skoliose)
- Beobachten von Kraft und Beweglichkeit
(vgl. A.G. MOHAN, 2004, S.103)
Anhand von zwei asana möchte ich erläutern, wann eine Teilnehmerin bezogen auf Ihre eigenen Befindlichkeiten ein asana angemessen übt.
Bevor ich ein asana üben lasse schaue ich mir zunächst an, welches Ziel eine Übung haben soll, welche Risiken mit der Ausübung dieser asana verbunden sind, welche Anforderungen diese Übungen hat und ob diese Teilnehmerin dieses Ziel aufgrund Ihrer Möglichkeiten erreichen kann, bzw. wie ich die Teilnehmerin unter einer möglichen Abwandlung der asana zu diesem Ziel führen kann.

Hier zunächst für:


pashimotanasana.
Ziel von obigem asana ist die Dehnung der Körperrückseite (pashima).
Einige Anforderungen sind: Dehnfähigkeit im unteren Rücken, Dehnfähigkeit der Rückseite der Beine und Gesäß, und aufgerichteter gerader Rücken
Die Risiken sind: je nach Ausführung der Übung sind im unteren Rücken und im Nacken zu finden.
Anhand von drei Beobachtungen versuche ich festzustellen, wie die Teilnehmerin diese Übung für sich angemessen Üben könnte. 1. Haltung vor der Bewegung in obiges asana
a) die richtige Grundhaltung: aufrechter Langsitz, Beine gestreckt)
b) ist der Rücken aufgerichtet oder ist der Rücken gekrümmt (Rundrücken)
c) besteht die Möglichkeit von der Körperfülle her in eine Vorbeuge zu kommen?
d) Sind die Schultern locker?

2. Bewegungen im asana
a) Bleibt der obere Rücken gerade und aufgerichtet beim Hineingehen in die
    Vorbeuge und können Kopf und Wirbelsäule in einer Linie gehalten werden?
b) Kann die Vorbeuge überhaupt ausgeführt werden ohne die Beine zu beugen?
c) Muss zusätzlich der Podex erhöht werden, um den Weg für die verkürzte nicht so
     weit dehnbare Muskulatur zu verlängern, ist es gar sinnvoll die Übung auf einem
     Stuhl zu praktizieren.
d) Müssen die Beine zusätzlich gegrätscht werden, um das Übungsniveau zu
    reduzieren?
e) Ist es sinnvoll die Armhaltung zu verändern? Arme auf Rücken, Arme bzw.
    Hände mit Handflächen nach unten, wandern mit jede EA nach vorne in
     Richtung Füße.
f) Kann der Atem gleichmäßig geführt werden oder nicht? Da Vorbeugen den Atem-
    raum verkleinern, sowohl durch die Bewegung des Brustkorbs so auch über den
    Druck des sich einfaltenden Bauchraums auf das Zwerchfell.

3. Nach dem asana

a) Ist der Atem kurzatmig?
b) Wie fühlen sich die Bauch- und Rückenmuskulatur an?
c) Sind Schultern und Nacken verspannt, besteht das Gefühl der Nacken müsse
    gedehnt werden?
d) Besteht das Bedürfnis, nach kurzer Dynamik 2-3 Vorbeugen einen Ausgleich zu
    machen?

Nachdem ich entsprechende Antworten auf obige Fragen erhalten und geklärt habe, wird das asana an die Teilnehmerin angepasst.
Anpassung z.B. Beine leicht gegrätscht und gebeugt, ein Kissen unter dem Podex,
Arme und Handfläche bleiben am Boden, Wichtigste Kriterien sind hierbei.
1. Rücken gerade, soweit die von der Muskulatur her möglich und angenehm ist
2. dass sie nur so weit in die Vorbeuge geht wie das unter Ausnutzung aller
    notwendigen Hilfsmittel angenehm möglich ist, d.h. Vorbeuge beginnt aus
    der Hüfte heraus das heißt ohne Schmerzen, ohne Verspannungen, ohne Belastung

3. Atmung anpassen, leicht und fein

 

Anhand eines zweiten asana soll dies noch mal erläutert werden.

Ziel der Schulterbrücke ist es Aktivität in den gesamten Rücken und in die Wirbelsäule zubringen, sie dient auch als Ausgleich für eine Vorbeuge.

 

Dvipada pitham
Was sind die Ziele der Übung: Aktivierung des Rückens, Ausgleich für Vorbeugen
Was sind die Anforderungen an die Übung? Bleiben wir bei der Grundposition:
Kraft in den Beinen, Beweglichkeit der Hüfte, Kraft im Rücken, Dehnfähigkeit des Nackens, Beugefähigkeit der Knie, Kontraktionsfähigkeit im Rücken
Was sind die Risiken? Unterer Rücken, Knie und Nacken
Welche drei Beobachtungen mache ich?

1. Haltung vor der Bewegung in obiges asana
a) Die richtige Grundhaltung: Rückenlage, Beine am Gesäß aufgestellt)
b) Liegt Rücken plan auf der Unterlage oder ist Krümmung des Rücken tiefer als
    normal (Hohlkreuz)? c) Beine hüftbreit, Fußsohlen plan auf dem Boden
d) Sind die Schultern locker?
e) Wölbt sich der Nacken und ist Kopf dabei nach oben geneigt?
2. Bewegungen im asana
a) Wird das Becken leicht gekippt, bevor man in die Übung hineingeht?
b) Besteht genügend Kraft in den Beinen, um sich hoch zu drücken?
c) Bleiben die Füße auf dem Boden beim Hochdrücken in die Endstellung?
d) Bleiben die Beine hüftbreit oder bewegen sich die Knie aufeinander zu?
e) entstehen Verspannungen im Schulter-/Nackenbereich beim Hochgehen?
f) entstehen Verspannungen, Krämpfe im Oberschenkel?

3. Nach dem asana

a) Wie fühlen sich Rücken-, Nacken-, Schulter-, Beinmuskulatur an?
b) Ist Nacken verspannt, besteht das Gefühl der Kopf müsse bewegt werden?
c) Ist es notwendig eine Vorbeuge als Ausgleich zu machen?
d) Wie geht es den Knien?


Nachdem ich entsprechende Antworten auf obige Fragen erhalten und geklärt habe, wird das asana an die Teilnehmerin angepasst.
Anpassung z.B. um weniger Kraft in den Beinen zu haben, werden die Füße näher ans Gesäß gestellt, um die Übung fordernder zu gestalten, werden die Füße weiter vom Gesäß entfernt aufgestellt, die Arme bleiben nicht neben dem Körper liegen, sondern werden über oben nach hinten leicht gebeugt neben dem Kopf abgelegt, das verringert mögliche Verspannungen im Schulter- Nackenbereich.

 

Wichtigste Kriterien sind hierbei.
1. dass der Rücken in Verbindung mit dem EA-Vorgang gut aufgerichtet werden kann, der Rücken gestärkt wird.

2. der Nacken in der Vorbeuge ausgiebig gedehnt werden kann, aber Vorsicht er kann
    auch überdehnt werden, hierzu Armhaltung überdenken.